Ratgeber

Warum noch reisen? Technik und Lösungen für Video-Konferenzen

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Google Hangouts und Meet: Für die schnelle Kommunikation

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Zu den bekanntesten Produkten für Online-Video-Konferenzen gehört ohne Zweifel Google Hangouts. Diese Video- und Instant-Messaging-Lösung ist fester Bestandteil der Google-Anwendungen und kann via Browser genutzt werden – eine lokale Installation ist grundsätzlich nicht notwendig. Ein zweiter, von vielen Anwendern geschätzter Vorteil: Die „normale“ Version von Google Hangouts kann kostenlos mit bis zu 25 Teilnehmern für Videokonferenzen eingesetzt werden. Die Plattform- und Browser-übergreifende Verfügbarkeit und einfache Bedienung sind weitere Vorteile im täglichen Betrieb. Auch die Tatsache, dass Hangouts standardmäßig auf jedem Smartphone mit Android als App zu finden ist, hat zur Beliebtheit und Verbreitung der Software beigetragen. Google weitet die Möglichkeiten dieser Anwendung ständig aus und will damit eindeutig auch die Business-Nutzer erreichen.

Anwender, die ein G-Suite-Konto besitzen, können nun auf Meet zugreifen. Sieht es auf den ersten Blick den klassischen Hangouts sehr ähnlich, so wurden doch einige Erweiterungen und Verbesserungen eingearbeitet. So erschien uns rein subjektiv die Bildqualität besser, als wir es bisher von den Hangouts gewohnt waren. Die meisten Erweiterungen stehen allerdings erst den Nutzern und Firmen zur Verfügung, die einen Enterprise-Account der G-Suite einsetzen: Dann können sie Videokonferenzen mit bis zu 30 Teilnehmern starten. Für G-Suite Basic und Business bleibt es bei 25 Teilnehmern. Zudem steht für Konferenzen, die von einem Enterprise-Account aus gestartet wurden, automatisch eine Telefonnummer und Pin für die Telefoneinwahl zur Verfügung. Wobei zum aktuellen Zeitpunkt (August 2017) nur US-amerikanische Nummern bereitstehen. Nutzer können an Besprechungen über den Google-Kalender (oder mittels eines Plug-Ins auch über den Outlook-Kalender) via Link direkt teilnehmen. Auch das Teilen von Bildschirminhalten klappte bei unseren Tests mit Meet problemlos.

Allerdings konnten wir trotz intensiver Suche – auch auf Googles Hilfeseiten – weder bei Meet noch bei den klassischen Hangouts eine Funktion zur Aufzeichnung eines Meetings finden. Eine weitere Einschränkung: Während Hangouts auch mit dem Firefox oder dem Internet Explorer funktioniert, kann Meet aktuell nur mit Googles eigenem Browser Chrome verwendet werden. Der große Vorteil der Google-Lösung besteht sicher darin, dass sie mit den anderen Google-Anwendungen zusammen sofort zur Verfügung steht. Mit Meet nähert sich Google dabei dem Leistungsumfang und den Möglichkeiten der Mittbewerber aus dem Business-Umfeld weiter an.

Cisco Webex: Der Veteran

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Wer schon etwas länger im Umfeld der IT tätig ist, wird die Lösung Webex sicher kennen. Sie gehörte mit zu den ersten Lösungen aus diesem Umfeld. So war der Begriff Webex in den neunziger Jahren fast schon ein Synonym für Web-Konferenzen überhaupt. Cisco hat die Firma Webex Communications 2007 übernommen und ins eigene Portfolio integriert.

Nutzer arbeiten bei dieser Lösung weitgehend aus dem Browser heraus und organisieren dort anstehende Konferenzen und Einladungen. Der Versand von anstehenden Terminen ist einfach gelöst und dürfte in der Regel keine weiteren Hilfestellungen erfordern. Uns hat gut gefallen, dass Webex an sich auch gut im Web-Mailer-Umfeld funktioniert. Das kann besonders dann wichtig werden, wenn der Organisator es mit eher unbekannten Konferenzteilnehmern zu tun hat. Schließlich kann er in diesen Fällen nicht wissen, wie sich diese Teilnehmer einloggen werden. Befindet sich auf dem Ziel-Computer noch keine lokale Installation der Software, so startet der „Citrix-Online-Launcher“ die Einrichtung, die im Idealfall direkt mit dem Aufruf des richtigen Meetings beginnt – das klappte bei allen Testläufen und Einsätzen in der Praxis ohne Probleme.

Praktisch ist es auch, dass Webex unterhalb des eigentlichen Fensters anzeigt, welcher Teilbereich eines Fensters freigegeben ist, oder ob gar der ganze Desktop an die Konferenzteilnehmer übermittelt wird. Die Auswahl der Programmfenster ist ebenso wie die Übergabe der Moderatorenrolle einfach geregelt. Dabei kann dies sogar durch einen Klick auf den jeweiligen Video-Stream ausgelöst werden. Webex ist die Lösung, die es auch für unerfahrene Anwendung einfach macht, schnell an einer Videokonferenz mit allen Möglichkeiten teilzunehmen. Dabei waren sowohl die Video- als auch die Audioqualität während der Testphase sehr gut. Die von uns geforderten Möglichkeiten zum Screensharing, zur Teilnahme via Festnetz sowie zur Aufzeichnung einer Sitzung bietet Webex ebenfalls. Abgesehen von der Cloud-Variante stellt der Hersteller die Server-Software für die lokale Installation auch in einer „Private-Cloud“-Form bereit (Server-Installation vor Ort im eigenen Rechenzentrum).

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Ein Kommentar
hannakoch
hannakoch

Sehr guter Artikel, der zusammenfassend die Dinge in die richtige Perspektive rückt und beim Vergleichen der unterschiedlichen Videokonferenz-Plattformen eine beeindruckende Arbeit geleistet hat. Allerdings bin ich überrascht, dass der Autor nicht Blizz in diese Liste aufgenommen hat. Blizz von TeamViewer ist ein deutsches Produkt – wie kommt es, dass man es nicht aufgeführt hat? Als jemand, der den größten Teil des Tages an Online Meetings teilnimmt, darf ich behaupten, dass Blizz genau das macht, was es soll, und manchmal sogar besser als einige der in Ihrem Artikel vorgestellten Plattformen. Ich schlage vor, einen Blick darauf zu werfen und eventuell die Liste zu komplettieren

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