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Webdesign: Diese Trends für 2024 musst du kennen

Obwohl Webdesign-Trends langlebig sind, lassen sich ein paar Prognosen für das kommende Jahr treffen. Wir haben uns angeschaut, was 2024 für euch wichtig wird.

7 Min. Lesezeit
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Webdesign bleibt auch im Jahr 2024 spannend. (Illustration: Firefly / t3n)

Früher war nicht alles besser. Bei der Seitengestaltung musste sich bisweilen entschieden werden, für welche Browser und für welche Bildschirmauflösungen das Design optimiert werden sollte. Überaus opulente Gestaltungen waren an der Tagesordnung.

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Das vor allem, weil der Browser als rechteckige Leinwand mit einigem Aufwand pixelgenaue Designs zuließ, die denen aus dem Printdesign sehr ähnlich waren. So verwundert es nicht, dass die Webdesigner:innen der ersten Stunden Printdesigner:innen waren, die ihre erlernten Design-Skills für Papiermedien gnadenlos ins Web umschrieben.

Es war einige Arbeit, das Webdesign vom Overhead und der unnötigen Gewalt printdesigniger Gestaltung zu befreien. Richtig funktioniert hat das erst mit dem erfolgreichen Start der modernen Smartphones. Denn die erforderten eine andere Art von Gestaltung.

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Noch vor einigen Jahren undenkbar: Websites über das Smartphone nutzen. (Foto: Sorapop Udomsri / Shutterstock)

Zuallererst zeigten sie Seiten schon mal im Hoch- statt im Querformat. Zudem hatten sie weitaus weniger Platz, zumindest wenn Designer:innen Wert darauf legten, dass Nutzer:innen das Design auch ohne Lupe noch bedienen können sollten.

Außerdem wandelte sich die Erwartung der Nutzer:innen mit der zunehmenden Verbreitung von Apps deutlich. Eine gewisse Konsistenz im Umgang wurde als selbstverständlich erwartet. Wenn jemand mit einem besonders außergewöhnlichen Design meinte, sich abheben zu wollen, wurde er/sie meist abgestraft.

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Vorhersehbares Design war plötzlich unabdingbar. Die kleinen Bildschirme förderten Designtrends wie den Minimalismus, den Einsatz von Mikrointeraktionen, die Verwendung von Fonts als bestimmendes Designelement sowie den Einsatz skalierbarer Grafikelemente wie Verläufe und ähnlichem.

User-Experience wird zum wichtigsten Designfaktor

Statt optisch Eindruck zu schinden, konzentrierte sich das Webdesign darauf, eine gute, vorhersehbare User-Experience anzubieten, ohne dabei langweilig zu werden. Die Zeit der umwälzenden Designtrends war ab diesem Zeitpunkt vorbei.

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Heutzutage sind wir an einem Punkt, an dem wir Design kaum mehr optisch definieren sollten. Vielmehr sind wir technologisch in der Lage, Sprache, Lageinformationen und viele andere multimediale Elemente zu integrieren. Das perfekte Nutzerinterface funktioniert irgendwann per Stimme und benötigt gar keine gestaltete Oberfläche mehr.

Dieses Gerät zur Nutzung von Informationsangeboten verfügt über keinerlei sichtbares Interface, muss aber in Sachen UX dennoch gestaltet werden. (Foto: Amazon)

Gerade die solchen Interfaces zugrundeliegenden Prozesse benötigen statt eines Designs eher eine Architektur. Und die muss sehr sorgfältig gestaltet werden.

Die optischen Elemente einer Website im Sinne des klassischen Webdesigns sind kaum noch von Trends gesteuert. Stattdessen lassen sich Best Practices aufzählen, von denen wir als Designer:innen als gegeben ausgehen sollten. Experimente sind völlig fehl am Platze.

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Wenn wir uns echte Designtrends ansehen wollen, haben wir kaum etwas zu schauen. Was uns allerdings in Sachen Gestaltung im kommenden Jahr herausfordern, aber auch unterstützen dürfte, ist das Großthema KI.

KI als Designtrend 2024

KI-Chatbots sind auf dem Vormarsch. Im kommenden Jahr dürften sich etliche Kund:innen von Webdesigner:innen für die Implementation einer solchen Lösung auf dem eigenen Internetauftritt interessieren.

Das bedeutet für das Design mehrerlei. Zum einen braucht die Ein- und Ausgabemöglichkeit einen Platz. Der muss sinnvoll eingeplant werden, sollte dabei aber subtil bleiben und auch bei längeren Antworten das Design nicht zerschießen.

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Wenn der Chatbot auf die Inhalte der ihn beherbergenden Website gerichtet ist, ist es wichtig, diese Inhalte so zu organisieren, sodass der Chatbot auch etwas Strukturiertes mit ihnen anfangen kann. Hier spielt zum einen die Informationsarchitektur eine gewichtige Rolle. Zum anderen ist es aber zudem wichtig, zu entscheiden, welche Art von Inhalten in den KI-Zugriff genommen werden sollen.

Auf der Seite der Gestaltung im Sinne bunter Bildchen ist die KI fast schon ein Segen für das designende Volk. Apps wie Dall-E, Midjourney oder Stable Diffusion sowie die Integration von Bildgeneratoren etwa in den Designboliden Adobe Photoshop erlauben die überaus flexible Erstellung illustrativen Bildmaterials.

Das folgende Bild wurde etwa mit Adobe Firefly generiert. Die Parameter lauteten: modernes Büro, Wertstoffhof, grün

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So stellt sich Firefly ein modernes Büro an einem Wertstoffhof vor. Für einen ersten Aufschlag nicht schlecht. (Illustration: Firefly / t3n)

Jedenfalls gilt das, wenn eine gewisse Surrealität des Gezeigten tolerierbar ist. Bis die Bild-KI perfekte Ergebnisse zeigt, dürfte mindestens noch ein weiteres, eher zwei Jahre ins Land gehen. Spätestens dann wird sich die KI auch für die Erstellung von Standardtexten, etwa für Landingpages eignen, was die Arbeit der Designer:innen weiter unterstützen wird.

Weiterhin wird der Einsatz von KI eine fast schon durchgängige Personalisierung von Inhalt und Design auf einzelne Nutzer:innen oder Nutzer:innengruppen ermöglichen. Auch das mag indes noch eher zwei Jahre entfernt sein, denn einen Trend für 2024 darstellen.

Ebenso kann KI den Trend zu handgezeichnet wirkenden Illustrationen bedienen. (Quelle: Firefly / t3n)

Abseits des KI-Einsatzes gibt es noch einen weiteren Trend, der sich 2024 weiter verstärken dürfte.

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Klimaschutz als Designtrend 2024

Nachhaltiges Design ist zwar ebenfalls kein neuer Begriff, hat allerdings noch etwas Nachholbedarf in der Umsetzung. Nachhaltiges Design ist so angelegt, dass eine Website nach diesem Prinzip der Umwelt möglichst geringen Schaden zufügt.

Das Thema war auf Apples WWDC in diesem Jahr mit dem Auftritt von Mutter Natur überaus prominent vertreten und sollte auch im Alltag Designschaffender eine größere Bedeutung bekommen. Wie lässt sich das umsetzen?

Auf der technischen Ebene würden Erschaffer:innen von Internetauftritten darauf achten, dass die jeweilige Website so durchoptimiert wie irgend möglich ist. Wir sprechen von der richtigen Bildformatwahl und der effizientesten Komprimierung bei gleichzeitig bester Optik. Wir schauen auf PDF und andere Onlinedaten, die nach allen Regeln der Kunst kleinstmöglich gehalten werden.

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So stellt sich Firefly eine Assoziation zu Ökologiethemen vor. (Quelle: Firefly / t3n)

Wir wollen so wenig Platz wie möglich auf dem Server verbrauchen und wir wollen die Programmlogik so optimieren, dass sie den geringstmöglichen Stromverbrauch nach sich zieht. Als Hoster kommen Data-Center in Betracht, die nachweislich auf Ökostrom setzen und auch ansonsten ein Engagement für die Umwelt nachweisen können.

Auf der Seite der Gestaltung kommen Elemente zum Zuge, die zu dem Umweltengagement passen. Auf der inhaltlichen Seite wird das Engagement der Webkund:in gezeigt. Das Storytelling berücksichtigt ökologische Aspekte. Näheres dazu lässt sich auf der Seite der W3C-Community zu nachhaltigem Webdesign nachlesen.

Ungefährlicher Designtrend 2024 – frische Farben und Verläufe

Was sich Jahr für Jahr empfiehlt, ist der überdachte Einsatz frischer moderner Farben – einzeln sowie in Kombination als Palette. Nichts frischt einen Webauftritt schneller und wirkungsvoller auf als der Einsatz eines veränderten Farbschemas.

Dabei ist natürlich – und das stellt leider oft eine Limitierung dar – das Corporate-Design der Kund:innen zu wahren. Vielfach kann das über den Einsatz ganzer Paletten nicht gewährleistet werden.

Was jedoch fast immer gehen dürfte, ist der Einsatz dominanter Farbverläufe, die durchaus auf der Basis der CI-Farbpalette aufgesetzt werden können. Auch der moderne Klassiker Duotone wird mit nahezu jeder Vorgabe umzusetzen sein.

Im Übrigen gilt weiterhin …

Mikrointeraktionen sind wirkungsvolle Designelemente, die menschlich wirkendes Feedback bieten. Im echten Leben wäre etwa das Betätigen der Toilettenspülung ebenso eine Mikrointeraktion wie das Ein- oder Ausschalten des Lichts. Wer hier vorhersehbare Erfahrungen gestaltet, bringt die Website der Kund:innen damit deutlich nach vorne. Zu Mikrointeraktionen haben wir schon vor einigen Jahren einen immer noch aktuellen Beitrag geschrieben.

Fluid Switch. (Grafik: Leo Zakour)

Was sich so langsam tatsächlich durchsetzen lässt, ist das Konzept der progressiven Web-App (PWA). Dabei handelt es sich um Apps, die nicht installiert werden müssen und dennoch ähnlich wie native Apps funktionieren.

Ließ sich das Konzept in der Vergangenheit nur schwer umsetzen, haben die modernen Smartphone-Betriebssysteme sich inzwischen so weit geöffnet, dass ein Zugriff auf die Geräte-APIs auch unter Einsatz von Webtechnologien möglich ist. So können PWA mittlerweile Standort- und Lageinformationen abgreifen oder die Kamera nutzen. Echte Einschränkungen werden seltener.

Outlook.com als PWA auf dem Desktop. (Screenshot: t3n)

Outlook als PWA. (Screenshot: t3n)

Wer es schaffen will, seine Kund:innen von der nativen App weg zur progressiven Web-App zu argumentieren, der sollte mal diesen Artikel lesen und dabei besonders die Kostenvorteile nach vorne holen.

Ebenfalls ein Klassiker, aber stets trendig frisch zu verwenden, ist der Einsatz von Fonts, also Schriften, als Gestaltungselement. Seit der Einführung der sogenannten variablen Fonts mit der Open-Type-Spezifikation im September 2016 ist es unter Nutzung von CSS möglich, Schriften abhängig von verschiedensten Bedingungen zu dynamisieren.

Bei variablen Fonts benötigen Designer:innen nicht mehr mehrere Webfont-Varianten derselben Schriftart, sondern lediglich eine. So entstehen responsiv gestochen scharfe Schriftbilder auf den unterschiedlichsten Auflösungen. Geschickte Gestalter:innen setzen ausgefallene Fonts dynamisch anstelle von grafischen Logos ein.

Ebenfalls schon seit einigen Jahren im Kommen, aber wegen der individuellen Klasse stets wieder zum Trend zu ernennen, sind handgezeichnete Illustrationen. Wenn es sich die Web-Kund:innen leisten können, gibt es kaum ein individuelleres Designelement als die maßgeschneidert handgefertigte Zeichnung.

Handgezeichnete Illustrationen sind zwangsläufig sehr individuell. (Screenshot: education.iceandsky.com)

Als Fazit lässt sich festhalten: Trends im Webdesign sind langlebig. Das ist letztlich logisch, denn die „Kunst“, die hier entsteht, ist „Gebrauchskunst“, die darauf angewiesen ist, bedient werden zu können.

Es ist nicht anzuraten, in Sachen Gestaltung besondere Alleinstellungsmerkmale generieren zu wollen. Viel wichtiger ist eine intuitiv nutzbare, vorhersehbare Benutzeroberfläche, die zwar modern und frisch aussieht, dabei aber nicht wie ein exzentrischer Modeschöpfer herumzickt.

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2 Kommentare
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Dein t3n-Team

Petra Kollwers

Bitte lasst das Gendern.

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Maurice

Ich find’s super, dass ihr auf gendergerechte Sprache achtet, und so eine breite vielfältige Gesellschaft ansprecht und ihr einen Raum gebt! Weiter so :)

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