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Pixel 5 im Test: Googles Antwort auf das iPhone 12

Mit dem Pixel 5 verlässt Google mit seinem 2020er Topmodell die Premiumliga und macht es sich in der oberen Mittelklasse gemütlich. In unserem Test zeigt sich, dass das eine gute Entscheidung war.

Lesezeit: 11 Min.

Das Pixel 5. (Foto: t3n)

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Ursprünglich sollten Googles Smartphones der eigenen Marke Pixel ausschließlich im Premium-Segment wildern, wie Android-Chef Hiroshi Lockheimer 2016 zum Launch des ersten Modells betonte. Vier Jahre später hat der Konzern eine Kehrtwende vollzogen: Mit dem Pixel 3a (Test) und 4a (5G) bietet Google Smartphones auch der Mittelklasse an. Das neue Topmodell Pixel 5 – ohne eine weitere XL-Version – ist mit seiner Ausstattung und dem Preisschild von 613 Euro* in der oberen Mittelklasse angesiedelt. In diesem Bereich ist es sehr gut aufgehoben, allerdings ist das hauseigene 4a 5G mit ähnlicher Ausstattung 150 Euro günstiger und wird so zum Konkurrenten aus dem eigenen Haus. In unserem Test behandeln wir daher nicht nur das Pixel 5, sondern ziehen auch einen Vergleich zum 4a 5G.

Pixel 5: Kompaktes Smartphone mit rückseitigem Fingerabdrucksensor

Pixel 5. (Foto: t3n)

Nach dem Pixel 4 und 4 XL (Test), die sich durch innovative, teils jedoch überflüssige Spielereien wie das Miniradar Soli auszeichneten, kehrt Google mit seinem Pixel 5 zu einem eher klassischen Smartphone-Design ohne viel Schnickschnack zurück. Anstelle eines In-Display-Fingerabdrucksensors, der derzeit in vielen Smartphones zu finden ist, oder der 3D-Gesichtserkennung des Pixel 4, die uns wiederum sehr gut gefiel, setzt der Hersteller auf einen rückseitigen Fingerabdruckleser. Diese Entwicklung war schon im August beim Pixel 4a (Test) zu beobachten. Der Sensor reagiert im Pixel 5 (und dem 4a 5G) schnell und zuverlässig, könnte jedoch eine Nuance tiefer in das Gehäuse eingelassen werden – zumindest, wenn man keine Schutzhülle verwendet.

Pixel 5 im schicken Grün – Google nennt es „Subtle Sage“. (Foto: t3n)

Aufgrund dessen, dass wir aktuell in vielen Situationen einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen, ist die Rückkehr zum Fingerabdruckensor eine gute Wahl, da die Gesichtserkennung des Pixel 4 oder etwa in Apples iPhones so nicht funktioniert. Die Wahl des rückseitigen Scanners ist zwar auf eine gewisse Weise als Rückschritt zu betrachten, das ist jedoch zu verschmerzen.

Der rückseitige Fingerabdrucksensor ist gerade in Coronazeiten ein Segen. (Foto: t3n)

Die Rückseite des Pixel 5 besteht übrigens aus Aluminium, das mit einer Art Kunststoffschicht in Schwarz oder einem schicken hellen Grün überzogen wurde. Trotz der Materialwahl unterstützt das Google-Phone kabelloses Laden per Qi-Wireless-Standard. Für die Ladespule hat Google eine Öffnung in das Metallgehäuse gefräst, die durch die Oberflächenbehandlung unsichtbar ist. Das 4a 5G besteht wie das Pixel 4a aus Kunststoff und muss ohne Wireless-Charging auskommen.

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Die Selfiekamera des Pixel 5 ist in die Holepunch-Öffnung eingelassen. (Foto: t3n)

Frontseitig ist das Pixel 5 up-to-date: Der Bildschirm füllt die Vorderseite nahezu vollkommen aus, er wird lediglich vom links oben verortete Punch-Hole der Selfie-Kamera unterbrochen. Positiv fällt auf, dass das Display selbst im unteren Bereich genauso wenig Rahmen wie an allen anderen Seiten besitzt und damit symmetrisch anmutet. So schmale Rahmen bekommt bislang nur Apple hin.

Eine Hörmuschel zwischen Bildschirm und Rahmen hat sich Google beim Pixel 5 gespart, die Tonausgabe wird per Sound-on-Display-Lösung realisiert – dabei wird der Ton über den Bildschirm übertragen. Der Hersteller spricht zwar dennoch von Stereosound, ein regelrechter Lautsprecher mit Öffnung ist jedoch nur auf der Unterseite neben der USB-C-Buche zu finden, wodurch der Klang vor allem aus der unteren Öffnung prominent zur Geltung kommt.

Dank der schmalen Rahmen und dem Weglassen der 3D-Gesichtserkennung konnte Google sein Pixel 5 trotz seiner größeren Bildschirmdiagonale von sechs Zoll mit Abmessungen von 144,7 x 70,4 x 8 Millimetern kompakter bauen als das Pixel 4. Das 2019er Smartphone mit 5,8-Zoll-Bildschirm ist 147,1 x 68,8 x 8,2 Millimeter groß. Selbst das Gewicht des Pixel 5 ist mit 151 Gramm geringer als das des Pixel 4, das 162 Gramm auf die Waage bringt. Zum Vergleich: Das Pixel 4a 5G mit 6,2-Zoll-Display ist 153,9 x 74,0 x 8,2 Millimeter groß und wiegt 168 Gramm.

Größenvergleich: Pixel 4a 5G vs Pixel 5 und 4a. (Foto: t3n)

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Wie das 2019er Topmodell ist auch das Pixel 5 nach Schutzart IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Beim Pixel 4a 5G hat sich Google diese Eigenschaft gespart, um Kosten zu reduzieren. Dafür bietet das 4a 5G eine klassische Kopfhörerbuchse.

Durch seine kompakte Bauform ist das Display nahezu problemlos mit einer Hand bedienbar, was bei den meisten anderen Geräten nicht mehr gegeben ist. Mittlerweile liegt die durchschnittliche Bildschirmdiagonale – vor allem in der Android-Welt – bei 6,5 Zoll und größer. Damit ist das Pixel 5 (und 4a) ein willkommener Richtungswechsel und außerdem eine Wohltat für die Hosentasche.

Pixel 5. (Foto: t3n)

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Display und Leistung des Pixel 5 im Test

Pixel 5. (Foto: t3n)

Das Display des Pixel 5 ist nicht nur verhältnismäßig kompakt, es verfügt, wie das Pixel 4, auch über eine Bildwiederholrate von 90 Hertz, die dem Pixel 4a und 4a 5G vorenthalten wurde. Mit seiner höheren Bildwiederholrate fühlen sich Interaktion und Eingaben flüssiger und direkter als mit einem 60-Hertz-Bildschirm an. Mit der Wiederholrate ist Google zwar nicht mehr ganz auf der Höhe der Mitbewerber, die schon auf 120 oder gar 144 Hertz umgesattelt sind, der Unterschied ist dennoch bemerkbar.

Positiv fällt außerdem die gute Kalibrierung auf: Farben werden im DCI-P3-Farbraum dargestellt, Weiß ist somit weiß und Schwarz ist dank OLED-Technologie auch richtig schwarz. Ausreichend hell strahlt es auch bei Sonnenlicht. Selbstredend unterstützt es HDR. Zuverlässig funktioniert außerdem die automatische Helligkeitsregelung, mit der sich die Bildschirmhelligkeit an die Umgebung anpasst.

Das Pixel 5 glänzt mit einem kleinen „Kinn“. (Foto: t3n)

Unter der Haube des Pixel 5 arbeitet nicht Qualcomms schnellster Snapdragon-865-SoC (System-on—a-Chip), sondern – wie etwa im Oneplus Nord (Test) und dem Pixel 4a 5G – der Snapdragon 765, der im Unterschied zum 865 ein 5G-Modem im SoC integriert hat. Der Chip ist in Sachen Leistung nicht ganz auf Höhe des High-End-Chips aus dem Hause Qualcomm, im Alltag und bei den meisten Anwendungen ist der Unterschied allerdings nicht zu spüren. Hätte Google den Snapdragon 865 gewählt, wäre das Pixel 5 außerdem viel teurer geworden – nicht nur weil der Chip teurer ist, sondern auch weil ein zusätzliches 5G-Modem erforderlich gewesen wäre. Und unter anderem gerade der Preis macht das Pixel 5 – wie auch das Pixel 4a 5G – zu einem spannenden Gerät.

Pixel 4a vs Pixel 4a 5G und 5G. (Foto: t3n)

Unterstützt wird das SoC des Pixel 5 von acht Gigabyte DDR4x-RAM, das 4a 5G muss mit sechs Gigabyte auskommen. Dank größerem RAM, 128 Gigabyte UFS-2.1-Flashspeicher und softwareseitigen Optimierungen läuft das Pixel 5 vollkommen flüssig ohne jegliche Ruckler oder Pausen. Einzig die Berechnung von Fotos dauert teilweise ein Weilchen, da Google sich wie schon beim Pixel 4a von seinem hauseigenen Bildprozessor, dem „Pixel Visual Core“, verabschiedet hat. Alle Bildberechnungen erfolgen nun über den Snapdragon-SoC und neue Software-Algorithmen. Einen Einfluss auf die System-Performance hat das Ganze nicht, es dauert lediglich wenige Sekunden, bis das geschossene Bild vollständig berechnet wurde. Im Laufe des Testzeitraums von drei Wochen fiel die Nachberechnung nicht negativ auf.

Modell Google Pixel 5 Google Pixel 4a 5G Google Pixel 4a
Betriebssystem Android 11 Android 11 Android 11
Display 6,0 Zoll, OLED, 2.340 x 1.080 Pixel, 432 ppi, Always on, HDR, Corning Gorilla Glas 6, 90 Hz 6,2 Zoll, OLED, 2340 x 1080 Pixel, 413 ppi, Always on, HDR, Corning Gorilla Glass 3
5,8 Zoll-OLED-Display, FHD+ (1.080 x 2.340) mit und 443 ppi, 19,5:9)
Prozessor Snapdragon 765G Snapdragon 765G Qualcomm Snapdragon 730 @ max. 2,2 GHz
Arbeitsspeicher 8 GB LPDDR4-RAM 6 GB LPDDR4-RAM 6 GB LPDDR4-RAM
Interner Speicher 128 GB (nicht erweiterbar) 128 GB (nicht erweiterbar) 128 GB (nicht erweiterbar)
Hauptkamera Dual-Kamera, 12,2 MP Dual-Pixel, ƒ/1,7, 1,4 μm, Zwei-Phasen-Autofokus, Optische und elektronische Bildstabilisierung, 77° Blendenweite; 16 MP Ultra-Weitwinkel, ƒ/2,2, 1,0 μm, 107°
Dual-Kamera, 12,2 MP Dual-Pixel, ƒ/1,7, 1,4 μm, Zwei-Phasen-Autofokus, Optische und elektronische Bildstabilisierung, 77° Blendenweite; 16 MP Ultra-Weitwinkel, ƒ/2,2, 1,0 μm, 107°
12 MP-Sensor (1,4 Mikrometer) mit f/1.7 und Autofokus mit Dual-Pixel-Phasenerkennung, optische und elektronische Bildstabilisierung, 4K @ 30fps
Frontkamera 8 Megapixel, ƒ/2,0, 1,12 μm, fester Fokus, 83°
8 Megapixel, ƒ/2,0, 1,12 μm, fester Fokus, 83°
8 MP (1,12 μm Pixelgröße) Fixfokus f/2.0, 84°-Winkel
Akkukapazität 4.080 mAh (fest verbaut) 3.885 mAh (fest verbaut) 3.140 mAh (fest verbaut)
Konnektivität WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth v5.0 + LE, A2DP (HD-Codecs: AptX, AptX HD, LDAC), GPS, LTE Cat. 11, 5G, NFC WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth v5.0 + LE, A2DP (HD-Codecs: AptX, AptX HD, LDAC)
, GPS, LTE Cat. 11, NFC
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth® 5.0 + LE, A2DP (HD-Codecs: AptX, AptX HD, LDAC, AAC)
, GPS, LTE Cat. 12, NFC, Dual-SIM per e-SIM
Abmessungen 144,7 x 70,4 x 8,0 mm 153,9 x 74,0 x 8,2 mm
144 x 69,4 x 8,2 mm
Gewicht 151 Gramm 168 Gramm 143g
Farben Just Black, Sorta Sage (Grün) Just Black Just Black
Sonstiges Fingerabdrucksensor, USB Typ C (USB 3.1), Stereo-Front-Lautsprecher, Titan M-Sicherheitsmodul, 18-W-Schnellladegerät mit USB-PD 2.0, IPX8, 18 W Schnellladen, Drahtloses Laden, Reverse Charging Fingerabdrucksensor, USB Typ C (USB 3.1), Stereo-Front-Lautsprecher, Audiobuchse, Titan M-Sicherheitsmodul, 18-W-Schnellladegerät mit USB-PD 2.0 Fingerabdrucksensor, USB Typ C (USB 3.1), Stereo-Front-Lautsprecher, Audiobuchse, Titan M-Sicherheitsmodul, 18-W-Schnellladegerät mit USB-PD 2.0
Preis 613,15 Euro (UVP)* 486,40 Euro (UVP)* 340,20 Euro (UVP)*

Pixel 5: Keine Angst vor leerem Akku

Das Pixel 5 unterstützt Reverse-Wireless-Charging. (Foto: t3n)

Google hat in puncto Akkulaufzeit seine Hausaufgaben gemacht: Nachdem das Pixel 4 im letzten Jahr eine lächerlich kurze Laufzeit vorzuweisen hatte, muss man beim Pixel 5 keine Angst vor einem leeren Akku haben. Der 4.080-Milliamperestunden-Akku ist größer als alle bisher in Pixelgeräten verbauten Energiespeicher. Das macht sich auch bemerkbar, denn am Ende des Tages sind auch bei intensiver Nutzung noch Reserven vorhanden. Bei moderater Nutzung sind sogar anderthalb Tage und mehr drin.

Geht der Akku zur Neige, kann er mit bis zu 18 Watt per USB-Power-Delivery-2.0 geladen werden. Damit liegt das Smartphone auf einem Level mit dem iPhone 12, nicht aber mit Lösungen von Oneplus, Oppo oder Huawei, die durch ihre proprietären Lösungen Ladegeschwindigkeiten von bis zu 65 Watt ermöglichen. Kabelloses Laden ist zudem mit entsprechenden Ladelösungen mit bis zu 12 Watt möglich. Außerdem könnt ihr per Reverse-Wireless-Charging Energie des Pixel 5 auf kabellose Ohrstöpsel wie die Pixel Buds (Test) übertragen, indem ihr den Ladecase auf die Smartphone-Rückseite legt.

Im Pixel 4a 5G steckt zum Vergleich ein 3.885-Milliamperestunden-Akku, der unter anderem wegen seines 60-Hertz-Displays eine ähnlich lange Laufzeit ermöglicht. Kabelloses Laden fehlt dem Gerät indes.

Kamera des Pixel 5 – ein alter Bekannter plus Weitwinkel

Die Kamera des Pixel 5 (und 4a 5G) überzeugt. (Foto: t3n)

Die Pixel-Smartphones genießen vor allem aufgrund ihrer ausgezeichneten Kamera einen sehr guten Ruf. In diesem Jahr ist das zwar auch wieder der Fall, jedoch nutzt Google abermals den gleichen 12,2-Megapixel-IMX-363-Sensor mit f/1.7-Blende von Sony, der seit dem Pixel 3 zum Einsatz kommt. Laut Googles ehemaligem Kamera-Chef Marc Levoy hat das Festhalten am Sensor einen Grund: Die entwickelten Computational-Photography-Algorithmen seien für den Sensor optimiert und lieferten die gewünschte Qualität und Farben – einen besseren Sensor habe man noch nicht gefunden, erklärte Levoy im Podcast von The Verge.

Die Qualität, Farbdynamik und der Weißabgleich der Bilder entspricht damit im Grunde noch dem des Pixel 3 und 4, was aber nicht schlecht ist. Denn die Resultate sind immer noch ausgezeichnet, wenngleich man beim Hereinzoomen sieht, dass die Auflösung weniger scharf als bei einem höher auflösenden Sensor ist. Dennoch sind das geringe Rauschen und die exzellente Bildqualität dank Googles Softwarealgorithmen nicht zu verachten.

Zusätzlich zur Weitwinkelkamera hat Google die anstelle der Telefotokamera des Pixel 4 einen Superweitwinkelsensor mit 16 Megapixeln, f/2.2 und 107 Grad Erfassungswinkel verbaut. Mit der lassen sich ebenso ausgezeichnete Resultate erzielen, wenngleich der Aufnahmewinkel bei Weitem nicht so groß ist wie bei Geräten von Samsung, Apple oder Oneplus. Allerdings halten sich Verzerrungen an den Bildrändern in Grenzen – bei Superweitwinkelkameras mit größerem Bildausschnitt ist das nicht unbedingt garantiert.

Die Kameras des Pixel 5 und Pixel 4a 5G sind baugleich. (Foto: t3n)

Wer näher an Objekte heranzoomen will, stößt aufgrund des fehlenden Telezooms beim Pixel 5 und dem 4a 5G, die identische Sensoren verbaut haben, schnell an die Grenzen. In der Kamera-App kann mit einem Tap zweifach vergrößert werden, eine bis zu siebenfache digitale Vergrößerung ist möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert, da die Resultate stark pixelig werden. Brauchbar sind derweil noch Bilder mit vier- bis fünffacher Zoomstufe – hier kommt Googles Super-Resolution-Technik zum Einsatz, mit der Fotos softwareseitig optimiert werden.

Bei Dunkelheit oder unter widrigen Lichtverhältnissen schaltet sich neuerdings Googles „Nachtsicht“-Funktion automatisch dazu. Bisher musste dieser Kameramodus manuell aktiviert werden. Weiter ist wieder der Astrofotografiemodus an Bord, mit dem ihr bei absoluter Dunkelheit Aufnahmen vom Sternenhimmel anfertigen könnt. Hierfür ist ein Stativ vonnöten, da die Belichtungszeit einer Aufnahme über mehrere Minuten geht.

Pixel 5 Testfoto (unbearbeitet). (Foto: t3n)

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Die Videoqualität hat Google beim Pixel 5 und 4a 5G aufgebohrt: Sie nimmt nun mit maximal 4K und 60 fps auf – beim Vorgänger waren nur 30 fps möglich. Zudem hat der Hersteller ein paar Videofunktionen eingeführt, die noch Pixel-5-exklusiv sind. Dazu gehören eine Kinoeffekt-Stabilisierung, mit der Videoschwenks verlangsamt werden, um einen Steadycam-ähnlichen Effekt zu erzielen. Nachteil der Funktion: Die Aufnahme muss zusätzlich zum eigentlichen Video aufgenommen und später hineingeschnitten werden, zudem hat sie keinen Ton. Mit dem weiteren neuen „Gesperrt-Modus“ könnt ihr Videos aufnehmen, bei der die Kamera nicht bewegt wird – sie eigene ich in erster Linie für Standbilder oder ruhige Szenen.

Mit der Kamera des Pixel 5 respektive des 4a 5G schwingt Google die Fotografie nicht auf neue Höhen. Trotzdem liefert sie eine ausgezeichnete Qualität, die sich mit der des Pixel 4 vergleichen lässt. Die neue Superweitwinkelkamera verleiht der Kamera mehr Variabilität, die dem Pixel 4 fehlte, auch wenn es ein Telezoom-Objektiv an Bord hatte. Im Unterschied zu Geräten anderer Hersteller schafft Google es weiterhin, nicht nur eine top Bildqualität, sondern auch konstantere Ergebnisse mit gutem Dynamikbereich und scharfen Details zu liefern.

Pixel 5: Übersichtliches, flüssiges Android 11

Die Nutzeroberfläche des Pixel 5 – ja der ganzen Pixelserie – überzeugt durch eine aufgeräumte Nutzeroberfläche. (Foto: t3n)

Eines der oftmals übersehenen Features von Pixelgeräten ist die Nutzeroberfläche und die flüssigen Animationen. Googles „pures Android“ bietet eine ausgezeichnete Nutzererfahrung, die auf überflüssigen Schnickschnack und Bloatware verzichtet. Man könnte meinen, Google orientiere sich dabei an Apples iPhones, dessen iOS ähnlich übersichtlich und überwiegend frei von überflüssigen Features ist. Hier sei eingeschoben, dass Googles pures Android schon immer recht minimalistisch gestaltet ist. Bei der Gestennavigation von Android 10 und 11 ist Googles jedoch nah an Apples Ansatz, wobei ich Googles Lösung besser finde – unter anderem weil die Zurückgeste von beiden Displayseiten aus ausgeführt werden kann und die Benachrichtigungsleiste sich mit einem Wisch nach unten über das Display anzeigen lässt. Aber das ist reine Geschmacksache.

Positiv hervorzuheben ist ferner das stets aktuelle Android und schnell verfügbare Sicherheitspatches für einen Zeitraum von drei Jahren. Sicher, Samsung bietet neuerdings auch eine dreijährige Updategarantie für große Android-Versionen, die Südkoreaner brauchen mit der Bereitstellung ihres stark angepassten System einiges länger, bis es letztlich verteilt werden kann. Immerhin liefert Samsung bei seinen Topgeräten monatliche Sicherheitspatches – teils sogar früher als Google aus.

Fazit zum Pixel 5: Spezifikationen sind nicht alles

Pixel 5. (Foto: t3n)

Google versucht seit Jahren, mit seinen Pixel-Smartphones einen Fuß in die Tür des Premiumsektors zu bekommen. Das hat der Hersteller jedoch bis heute nicht geschafft, weil die Geräte zum einen zwar sehr gut sind, aber wegen bestimmter Entscheidungen hinsichtlich der Ausstattung – wie ein zu kleiner Akku oder anderer Kleinigkeiten – und eines kleineren Marketingbudgets im Vergleich zu Samsung unter dem Radar der Masse flogen.

Mit den neuen Pixel-Modellen könnte Google indes der Durchbruch gelingen. Denn das Preis-/Leistungsverhältnis der Geräte ist ausgezeichnet, die Verarbeitung top und der Gesamteindruck absolut überzeugend. Die geringeren Preise hat Google durch wenige smarte Kompromisse hinsichtlich der Ausstattung an den aus unserer Sicht richtigen Stellen erreichen können. Der verbaute Prozessor bietet ausreichend Leistung, selbst für anspruchsvolle Aufgaben und das OLED-Display, das mit seiner Bildwiederholrate von 90 Hertz und ausgezeichneter Farbwiedergabe überzeugt. Außerdem gefallen uns die ausgezeichnete Akkulaufzeit und die Kamera. Letztere hebt sich zwar nicht mehr wie beim Pixel 3 massiv von den Mitbewerbern ab, dennoch liefert sie tolle Ergebnisse, wenngleich ein dedizierter Chip zur Berechnung der Fotos wohl zu einer schnelleren Berechnung geführt hätte. Die Entscheidung, das Telezoom gegen eine Superweitwinkel-Kamera zu setzen, halten wir für richtig.

Die Abstriche bei der Ausstattung – wie fehlendem Wi-Fi 6 oder einem Ultra-Wideband-Chip (UWB), wie er in neuen iPhones oder dem Note 20 Ultra (Test) zu finden ist – sowie der etwas langsamere Speicher als in der High-End-Klasse üblich sind zu verschmerzen.

Dank seines Sechs-Zoll-Displays und der damit recht kompakten Bauform besetzt Google mit dem Pixel 5 zudem eine Nische. Kein anderer Hersteller von Oberklasse-Smartphones in der Android-Welt bietet ein so handliches Format. Apple hat hingegen mit dem iPhone 12 und 12 Pro gleich zwei seiner neuen Geräte mit 6,1 Zoll-Bildschirm im Programm, die mit 146,7 x 71,5 x 7,4 Millimetern etwas größer, aber minimal dünner als das Pixel 5 ausfallen.

Pixel 4a vs Pixel 4a 5G und 5. (Foto: t3n)

Jeder potenzielle Käufer sollte sich jedoch fragen, ob sich der Aufpreis von 150 Euro* vom Pixel 4a 5G zum Pixel 5 lohnt. Denn beiden teilen sich die Kamera und den Prozessor, sodass sie sowohl in Sachen Kamera als auch bei der Leistung auf gleichem Level sind. Das Pixel 5 bietet indes eine höhere Bildwiederholrate, ist nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt und verfügt über ein höherwertiges Aluminium-Gehäuse mit kabelloser Ladefunktion. Dafür hat das 4a 5G eine 3,5 Millimeter-Kopfhörerbuchse, die dem 5er fehlt. In Sachen Haptik macht das Pixel 5 eine bessere Figur – es fühlt sich wegen des Alugehäuses edler an. Hier muss also jeder für sich entscheiden, ob die Eigenschaften des Pixel 5 den höheren Preis wert sind.

Oneplus 8T vs. Pixel 5. (Foto: t3n)

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Darüber hinaus sollte auch die Konkurrenz nicht außer Acht gelassen werden. Denn sowohl Samsung als auch Oneplus bieten mit dem Galaxy S20 FE und dem Oneplus 8T respektable Alternativen im gleichen Preissegment an.

Pro:

  • top Verarbeitung
  • sehr gute Kamera
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • gutes 90 Hertz Display
  • schnelles, aktuelles Android
  • Wasser- und Staubdicht
  • kompakte Bauform
  • 3 Jahre garantierte Android-Updates
  • 5G-ready

Kontra:

  • Speicher nicht erweiterbar
  • Bildverarbeitung könnte schneller sein

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5 Kommentare
thommes
thommes

Zitat:
„Googles „pures Android“ bietet eine ausgezeichnete Nutzererfahrung, die auf überflüssigen Schnickschnack und Bloatware verzichtet. Man könnte meinen, Google orientiere sich dabei an Apples iPhones, dessen iOS ähnlich überbordend und überwiegend frei von überflüssigen Festures ist.“

Überbordend – Duden:
„Bedeutung:
über das normale [und erträgliche] Maß hinausgehend
Beispiel:
sie hat eine überbordende Fantasie“

• Weder iOS noch Android (vanilla) sind überbordend.

• Google orientiert sich hier nicht an iOS, Android war schon immer ein recht minimalistisches OS ohne jede Bloatware. Bloatware und überbordende (!) UIs gab/gibt es nur bei den OEMs, allen voran Samsung.

Antworten
Andreas Floemer

Hi Thommes, danke für den Hinweis. Ich habe den Absatz verständlicher formuliert und um einen Satz ergänzt. Du hast vollkommen Recht, dass Googles Android schon eh und je minimalistisch gestaltet ist. Viele User kennen jedoch nur die überladenen Android-Variationen von Samsung oder Huawei. Ich bin selbst großer Fan von Googles Android als auch der Version von Oneplus, wobei mir das auch allmählich zu viel des Guten wird.

Antworten
termel
termel

Wo gibt’s das Hintergrund Bild mit dem Mond Un der kleinen Rakete?

Dataalpha4
Dataalpha4

Hallo, das mag bezgl. : Überbordend – alles richtig sein ;
Wobei der Zusatz „hier“ wohl entscheidend gewertet werden sollte;
Was die grundsätzlich praktische qualitative Orientierung/Versprechen vs Resultat : Android vs IOS anbetrifft :
Ein ios mit Android überhaupt zu vergleichen – scheint mir zudem doch ein wenig zu vermessen; Insbesondere oft zu : SAMSUNG u.Huawei .

Nur mal am Rande – zur Info – tatsächliche Audioqualität – findet sich auf :
– Apple.de

Tatsächliche Fotowunder – auch auf :
– Apple.de

Tatsächliche versprochene mehr oder weniger ausreichende evolutionäre Sicherheit – auf :
Apple.de

So könnte man das fortführen – bis am Ende im reellen Vergleich wenig Nutzen übrigbliebe -zwar ging es zu dem Kommentar um :
Bloatware – aber eben zudem um GOOGLE`s Antwort auf das iPhone 12.

Ich sehe darin ebenfalls eine richtige Entscheidung – und ein Anerkenntnis – sich in einer Situation zu befinden – die es nicht mit erwünschtem wirtschaftlichem Hintergrund erlaubt – ausreichend mitzuhalten .

Erst letzte Woche kam jemand stolz mit einem „frisch“ ausgepacktem Hauawei P30 zu mir – ach was war er Stolz :
Nach Anschluss
An Vincent SA31… + Naim NAP 250 +Rogers Studio 1…. war es doch sehr schnell – beschämend ohne Qualifikation und Gehörbildung möglich – festzustellen …
Das manchmal gute Wandlerchips – nur Perlen vor die Säue ergeben können : Wenn man ausser schlechtes „Abschreiben“ die Schaltungen , Abstimmungen und Filter vernachlässigt ; Einfach nur niederschmetternd und unzumutbar grottenschlecht ….
Auch das könnte man sehr weiträumig weiterführen.

Was nützt es also – wenn es angeblich nicht überladen oder doch überladen – zu anderer – als angepriesener Qualität beim Enprodukt führt ;

Selbst mit einem ca 4- Modelle hinter dem P30…. zurückliegenden – iPhone 7 – war die Welt dann wenigstens wieder befriedigend i.O.;
Die Mitbewerber müssen , nicht nur meiner Ansicht nach, erst einmal da ankommen – wo ein iPhone bereits steht !

Überhaupt : Informiert mich doch mal – sobald es auf dem Serienmarkt etwas besseres gibt als ein iPhone oder ios.

Trotdem Dank für die Infos

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