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Kritik an Facebook: Wikipedia-Mitgründer will soziale Netzwerke dezentralisieren

Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger. (Foto: larrysanger.org)

Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger hat in einem Interview Facebook und Twitter verbal angegriffen. Diese machten Profite mit Nutzerdaten und verletzten den Datenschutz massiv.

Einer der Mitgründer der Online-Enzyklopädie, Larry Sanger, hat sich in einem Interview mit CNBC kritisch zur Entwicklung des Internets in den vergangenen 20 Jahren geäußert. Es sei entsetzlich, sagte Sanger, der vor allem die großen Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter auf Korn nahm. Diese Unternehmen, so die Kritik Sangers, würden persönliche Daten der Nutzer abgreifen, um damit Geld zu machen – und damit den Datenschutz und die Sicherheit massiv verletzen.

Sanger: Facebook kontrolliert, was Nutzer sehen

Facebook und Twitter könnten die Nutzererfahrung nach Belieben gestalten und kontrollieren, was die Nutzer sehen, und wann sie es sehen, meinte Sanger. Damit würden die Nutzer zu einem Rädchen in der Maschine der Konzerne. Sanger ist daher der Meinung, dass die „riesigen digitalen Reiche“ durch dezentralisierte Netzwerke Einzelner abgelöst werden müssten. In seinem Blog hat er eine „Digitale Unabhängigkeitserklärung“ veröffentlicht, die schon von einigen Tausend Unterstützern unterschrieben wurde.

Darin heißt es unter anderem: „Wir erklären, dass wir unveräußerliche digitale Rechte haben, Rechte, die festlegen, wie Informationen, die wir individuell besitzen, von anderen behandelt werden dürfen oder nicht, und dass zu diesen Rechten Redefreiheit, Datenschutz und Sicherheit gehören“. Allerdings ist Sanger kein Freund von staatlicher Regulierung. Solche Maßnahmen könnten es kleineren Wettbewerbern noch schwerer machen, profitieren würden am Ende Konzerne wie Facebook.

Das waren die Social Networks vor Facebook
Six Degrees war das erste soziale Netzwerk. (Screenshot: Six Degrees)

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Stattdessen empfiehlt der Wikipedia-Mitgründer, der aktuell CIO des Blockchain-Enzyklopädie-Netzwerks Everipedia ist, einen dezentralen Ansatz in einer Art Blockchain. Einzelne Nutzer würden dann Informationen veröffentlichen, ohne dass eine zentrale Organisation benötigt würde. Damit würde kein Konzern und keine Regierung die Kontrolle über die persönlichen Daten erhalten. Facebook und Twitter haben sich zu dem Interview noch nicht geäußert. Für Sanger steht jedenfalls fest, dass ein dezentralisiertes Internet der ursprünglichen Gründungsidee wesentlich näher käme.

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2 Kommentare
Falk D.
Falk D.

Das Problem, das ein echt offenes Soziales Netzwerk sofort bekommt, ist, dass es auch die Inhalte transportieren wird, die man absolut nicht sehen möchte. http://twister.net.co z.B. nutzt P2P mit einer Blockchain. Das geforderte ist also schon da, allerdings nach einem kurzen Aufflammen kamen Cranks, Spammer und Päderasten; nutzten das Netz ebenfalls für kurze Zeit und jetzt sind eigentlich nur Bots in der öffentlichen Timeline. Alle privaten Timelines zusammen machen etwa 20% der Blöcke aus.

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In diesem Zusammenhang darf die Erwähnung von Solid Pod nicht fehlen! Schande.
https://solid.inrupt.com/

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