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Ex-FTX-Chef Sam Bankman-Fried: USA bitten Bahamas um Auslieferung

Sam Bankman-Fried aka SBF schreibt Twitter voll – in einem Versuch, sein Image in der Öffentlichkeit vor dem Totalabsturz zu bewahren. Derweil versuchen US-Behörden seiner habhaft zu werden.

3 Min. Lesezeit
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US-Behörden bemühen sich um die Auslieferung des FTX-Gründers SBF. (Foto: Simon Jhuan / Shutterstock)

Wie Bloomberg berichtet, bemühen sich die US-Strafverfolgungsbehörden intensiv darum, eine Auslieferung des 30-jährigen Ex-Milliardärs zu erwirken. Unter Berufung auf drei ungenannte Quellen beschreibt das Nachrichtenmagazin Verhandlungen mit den Behörden der Bahamas.

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Bahamas wollen vorerst nicht ausliefern

Die scheinen vorerst nicht mitspielen zu wollen, weil SBF zu ihrer Zufriedenheit kooperiere. Danach habe es eine erste Befragung zum FTX-Debakel bereits am vergangenen Samstag gegeben.

Das US-Justizministerium und die New Yorker Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen aufgenommen, um den plötzlichen Zusammenbruch der einst mit 32 Milliarden US-Dollar bewerteten Kryptobörse FTX zu untersuchen. Naheliegenderweise stehen Betrugsvorwürfe im Raum.

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Weitere Ermittlungen liegen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission). Die will feststellen, ob FTX ohne Lizenz Wertpapiere in Form von Kryptowährungen verkauft hat.

Auch der Ausschuss für Finanzdienstleistungen im US-Repräsentantenhaus interessiert sich für SBF und will den gescheiterten Gründer zu einer parteiübergreifenden Anhörung im Dezember vorladen. Ziel der Anhörung ist es, die Krypto-Regulierungsgesetzgebung zu beschleunigen. Ebenfalls vorgeladen ist offenbar Binance-Chef CZ.

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SBF präsentiert alternative Fakten

Obschon Bankman-Fried inzwischen seinen Posten als FTX-Chef geräumt und zugegeben hat, „einige Fehler“ gemacht zu haben, ist er von einem Schuldeingeständnis weit entfernt. Das lässt sich einem unnötig langen Twitterthread vom 15. November 2022 entnehmen.

Darin schreibt er, dass die FTX-Handelsgesellschaft Alameda Research, an der sich der Kollaps entzündet hatte, noch am 7.11.2022 mehr Vermögen als Verbindlichkeiten gehabt habe – allerdings illiquide angelegt.

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Auch FTC habe über genügend Gelder verfügt, alle Kunden auszuzahlen. Wieso dann die Pleite fragen sich Lesende nicht zu Unrecht. Immerhin fügt SBF an, dass „nicht jeder diese Einschätzung teile“.

Tatsächlich ist das eine ziemliche Untertreibung. Die Financial Times hatte berichtet, dass FTX zuletzt weniger als eine Milliarde Dollar an liquiden Vermögenswerten, aber neun Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten gehabt hatte. Das soll sich aus einer Bilanz ergeben, die angeblich von SBF am 10. November erstellt worden war.

Kreativer Umgang mit der Wahrheit

Lügt SBF demnach? Das scheint durchaus möglich. Immerhin hatte er noch am 7. November getwittert, dass „FTX in Ordnung ist“. Vor allem würde FTX „keine Kundengelder investieren (auch nicht in Staatsanleihen)“.

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Die entsprechenden Tweets sind nicht mehr abrufbar. Im Zuge des Zusammenbruchs kommen immer mehr Details ans Licht. Wie Reuters am Mittwoch berichtet, soll Bankman-Fried in den Bilanzen von FTX und Alameda jeweils dieselben Vermögenswerte ausgewiesen haben. Das habe er nicht mal zu verbergen versucht, sondern in Präsentationen für Investoren offen gezeigt.

Zudem soll eine „optimierte Finanzsoftware“ eingesetzt worden sein, um zu verschleiern, dass und wie Kundengelder zwischen FTX und Alameda transferiert wurden. Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Gläubiger im FTX-Desaster auf über eine Million belaufen.

Das FTX-Debakel im Zeitablauf:

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