Test

Pixel 2 und XL im Test: Starke Google-Phones mit sensiblem Schwachpunkt

Seite 2 / 6

Die Displays: Google Pixel 2 gut, Pixel 2 XL sollte besser sein

Die OLED-Displays beider Pixel-2-Modelle sind nicht außerordentlich hell. (Foto: t3n)

Bleiben wir bei der Vorderseite und dem Dreh- und Angelpunkt eines Smartphones: dem Display. Das Pixel 2 besitzt ein AMOLED-Display, das mit Full-HD auflöst, also mit 1.920 x 1.080 Pixeln. An der Farbwiedergabe, auch bei spitzem Blickwinkel, ist nichts auszusetzen. Aufgrund der mittlerweile verhältnismäßig kleinen Bilddiagonale von fünf Zoll geht auch die Full-HD-Auflösung vollkommen in Ordnung, obwohl mittlerweile bei vielen Herstellern – zumindest bei Geräten mit größerer Bilddiagonale – WQHD-Auflösung angesagt ist. An Farbbrillanz und -treue ist nichts zu bemängeln, allerdings wirkt es ein wenig zu dunkel.

Während im Pixel 2 ein solides Full-HD-Panel verbaut ist, steckt im Pixel 2 XL ein von LG gefertigtes POLED-Panel mit einer Bilddiagonale von sechs Zoll und einer hohen Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln. Der POLED-Screen unterscheidet sich markant von dem des Pixel 2. Wie es sich für OLED-Display gehört, wird Schwarz zwar schwarz wiedergegeben – weitere Farben dürften dem einen oder anderen aber etwas matt anmuten. Das soll laut Google aber so beabsichtigt sein, da die Displays des Pixel 2 XL zur Darstellung des sRGB-Farbraum kalibriert wurde, der Farben natürlicher und weniger knallig als im DCI-P3-Farbraum darstellt. Andere Hersteller setzen oftmals auf den DCI-P3-Farbraum, bei dem Farbtöne brillanter und knackiger wiedergegeben werden. Google will für Fans knalliger Farben eine entsprechende Option per Update nachliefern. In den knapp zwei Wochen der Nutzung hab ich mich allerdings an den dezent reduzierten Farbraum gewöhnt.

Ein weiterer Kritikpunkt wiegt schwerer: Das Display ist im Unterschied zum Pixel 2 und anderen Oberklasse-Smartphones wenig Blickwinkel-stabil. Schon bei leichten Veränderungen des Blickwinkels ist eine deutliche Verfärbung ins Blaue wahrzunehmen. Das darf bei einem über 900 Euro teuren Smartphone nicht sein.

Das bessere Display hat das kleinere Pixel 2. (Foto: t3n)

Dass LG, der Hersteller des POLED-Displays, offenbar noch seine Probleme mit der Qualität und Haltbarkeit seiner Panels hat, zeigt sich darüber hinaus am Einbrennen, auch Burn-in genannt. Nicht einmal eine Woche nach Inbetriebnahme des Testgeräts ist recht deutlich zu erkennen, dass sich die permanent laufende On-Screen-Navigation ins Display verewigt hat. In der Alltagsnutzung fällt dieser Aspekt zwar kaum ins Gewicht – es darf aber nicht sein, dass ein so teures Smartphone an solchen OLED-Kinderkrankheiten leidet. OLED-Pionier Samsung und Marktführer im Display-Segment hat diese Schwächen, für die OLED-Screens bekannt sind, schon lange hinter sich gelassen. Es ist zu hoffen, dass Google sich des Problems rasch annimmt und qualitativ bessere Display-Panel verbaut. Beim kleineren Modell hat Google es ja auch hinbekommen.

Unverfälschte Farben zeigt das POLED-Display des Pixel 2 XL nur in der Frontalansicht an. Allerdings soll die Intensität des Blaustichs von Modell zu Modell unterschiedlich stark ausgeprägt sein. (Foto: t3n)

Kurzum: Das Display des kleinen Pixel 2 als auch das des XL-Modells sind leider nicht gut genug für die Preisklasse, in der die Geräte verortet sind. Relativierend sei angemerkt, dass die Displayqualität sich bei späteren Chargen verbessern könnte. Darüber hinaus verspricht Google, einige Kritikpunkte per Software-Update beheben zu wollen. Künftige Verbesserungen können wir in diesem Test jedoch nicht bewerten. Status quo ist, dass das kleinere Pixel 2 das bessere Display verbaut hat.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.